Reineke Fuchs: Freie Nachdichtung des niederdeutschen Reinke de Vos

Reineke Fuchs: Freie Nachdichtung des niederdeutschen Reinke de Vos

Der Bestseller aus dem deutschsprachigen Raum des 16. Jahrhunderts. Dieser Epos ist ein deutsches Zeitzeugnis und lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Diese Ausgabe mit schönen 12 farbigen Zeichnungen von F. Flinzer wurde aus dem Altdeutschen ins Hochdeutsche übersetzt und auch die Texte der Bilder entsprechend mit hochdeutschen Text versehen und farblich überarbeitet.

Der Bestseller aus dem deutschsprachigen Raum des 16. Jahrhunderts. Dieser Epos ist ein deutsches Zeitzeugnis und lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Diese Ausgabe mit schönen 12 farbigen Zeichnungen von F. Flinzer wurde aus dem Altdeutschen ins Hochdeutsche übersetzt und auch die Texte der Bilder entsprechend mit hochdeutschen Text versehen und farblich überarbeitet. Zudem wurden über 30 nicht mehr so geläufige Begriffe mit Fußnoten zur Erklärung belegt.

Zum Epos:

Die seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert im Druck überlieferte Geschichte besteht aus zwei Teilen, die jeweils von einem Gerichtsverfahren erzählen. Der Löwe Nobel, König der Tiere, hat zu Pfingsten zum Hoftag geladen. Die Anwesenden, groß und klein, allen voran Isegrim, der Wolf, beschweren sich über die Untaten des nicht anwesenden Fuchses Reineke und fordern seine Bestrafung. Braun, der Bär, und Hinz, der Kater, werden nacheinander losgeschickt, um Reineke aus seiner Burg Malepartus an den Hof zu holen. Beide scheitern, Reineke bringt sie gezielt in Lebensgefahr, und sie entrinnen, schwer malträtiert, knapp dem Tode.

Das sich türmende Lügengebäude des Fuchses hat eine Verdichtung seiner Heucheleien, Bosheiten und Gewalttaten zur Folge, woraus der Zweikampf am Ende konsequent entwickelt ist, ähnlich dem sogenannten Showdown klassischer Filmgenres. Der innere Aufbau der Erzählung besteht in einer die Handlung steigernden Verknüpfung von Episoden, in denen der Fuchs jeweils mit Widersachern oder für ihn herausfordernden Situationen konfrontiert wird; die Episoden werden zudem für Binnenerzählungen genutzt, die – wie zum Beispiel in den Anklage- und Verteidigungsreden oder anlässlich der Beichten Reinekes – nicht nur der Steigerung der Gegenwartshandlung dienen, sondern auch unterschiedliche Sichtweisen der Beteiligten auf die Taten Reinekes gestatten. Seit dem 15. Jahrhundert wurde der Text in Kapitel und Bücher gegliedert.

Die Tiere im Reineke Fuchs sind anthropomorphe Geschöpfe; sie werden durch Eigennamen individualisiert und sind mit menschlichen Eigenschaften ausgestattet. Die Figuren folgen in ihren Handlungen einerseits ihrer tierischen Natur, andererseits den Regeln menschlichen Zusammenlebens. So enthält das Geschehen Beweggründe, die allen Lebewesen gemeinsam sind, wie zum Beispiel die Nahrungssuche oder die Flucht vor Verfolgung, ebenso wie Elemente ausschließlich menschlicher Ordnung, wie zum Beispiel den Ehebruch oder die Formen der Anklage und Verteidigung vor einem Gericht. Die für die Handlung ausschlaggebenden Charaktere, insbesondere Nobel, Braun, Reineke und Isegrim, sind gekennzeichnet durch Eitelkeit, Dummheit, List und Gier; diese Züge werden in den zahlreichen Nebenfiguren und ihren Schicksalen fortgesetzt und erweitert zu einem Panoptikum, in dem die menschliche Tragödie von Macht, Gewalt und Tod gestaltet ist als eine tierische Komödie.

Reineke Fuchs ist die Hauptfigur eines Epos in Versen und in Prosa, dessen Tradition bis ins europäische Mittelalter zurückreicht. Eine 1498 in Lübeck gedruckte niederdeutsche Versfassung Reynke de vos entwickelte sich im 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum zum Bestseller. Darin wird erzählt, wie sich der Übeltäter Reineke, der Fuchs, durch geniale Lügengeschichten und ausgesuchte Bosheiten aus allen prekären Lagen rettet und am Ende gegen seine Widersacher als Sieger durchsetzt.

Dieser Text basiert teils auf dem Artikel „Reineke Fuchs“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


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